RL5

5 Minuten mit Rachel Lowenstein: Warum Inklusion für Ihre Marke wichtig ist

 | Speichern
Wir haben uns fünf Minuten mit Rachel Lowenstein, Global Head of Inclusive Innovation bei Mindshare, unterhalten. Erhalten Sie Einblicke in das Thema Inklusion aus ihrer einzigartigen Perspektive als queere und autistische Führungskraft.

Mein Name ist Rachel Lowenstein. Ich bin Global Head of Inclusive Innovation bei Mindshare, einer globalen Medienagentur, und meine Pronomen sind sie / ihr. In meiner Rolle helfe ich Marken dabei, darüber nachzudenken, wie sie Medien, Marketing und Technologie für soziale Zwecke einsetzen können und wie sie die wirtschaftliche Macht von Marken nutzen können, um wirklich etwas in der Welt zu verändern. 

Ich hielt einen der Vorträge auf der Hauptbühne bei der Click. 2023, der jährlichen Partnerkonferenz von Booking.com. Ich nahm an einer Podiumsdiskussion teil, in der es darum ging, dass Marken in einer Welt des zielgerichteten Marketings der Wahrheit Priorität einräumen müssen, wobei LGBTQ+ Reisen im Mittelpunkt standen.

Ich habe auch einige Zeit mit dem Team von Booking.com verbracht, wo wir über die Bedeutung von Inklusion in der Reisebranche gesprochen haben. Ich hatte Folgendes zu sagen:

Wir können einen Wandel beobachten, in dessen Verlauf die Reisemarken immer entgegenkommender und inklusiver werden.

Wenn es um die Zukunft des Reisemarketings geht, müssen Marken über die Rolle nachdenken, die soziale und politische Faktoren für Reisende spielen, und diese in ihren Ansatz einfließen lassen. Dies kann zum Beispiel die Zusammenarbeit mit Medienpartnern oder Verlagen beinhalten, die sich im Besitz von Minderheiten befinden, insbesondere solchen, die von Queers geführt werden. 

Marken können auch darüber nachdenken, wie sie ihre eigene Positionierung, Repräsentation und Medien nutzen können, um Kreative und Influencer aus marginalisierten Umfeldern zu unterstützen und zu fördern.

Im Moment tut sich viel bei den Menschenrechten, vor allem für Queer- und Trans-Personen. Wir müssen heute mehr denn je darüber nachdenken, welchen Einfluss der private Sektor auf die Menschenrechte hat. Es steht so viel auf dem Spiel, und wir sehen langsam, dass sich bei vielen Marken etwas bewegt und sie anfangen, die Rechte queerer Leute, die überall auf der Welt angegriffen werden, zu schützen und zu verteidigen.

Unternehmen müssen sich fragen: „Stehe ich für Gleichberechtigung oder stehe ich für Gleichstellung?“

Wenn Sie glauben, dass Sie Ihre Geschäftsabläufe nicht ändern müssen, weil Sie bereits alle gleich behandeln, müssen Sie sich grundsätzlich fragen: „Stehe ich für Gleichberechtigung oder stehe ich für Gleichstellung?“ Diese Wörter sind keine Synonyme. Menschen, die auf die eine oder andere Weise benachteiligt sind, brauchen keine Gleichberechtigung, sondern Chancengleichheit. 

Ich kann ein ganz konkretes Beispiel von mir nennen. Da ich autistisch bin, reise ich ganz anders. Das Reiseerlebnis ist für mich, ehrlich gesagt, nicht großartig. Es ist ein sensorischer Albtraum. Hotels können eine Herausforderung sein und auch Flüge können sehr schwierig sein. Die gleiche Situation ist für mich und andere Menschen nicht gleichwertig. Ich benötige eine spezielle Unterkunft. Ich habe eine Behinderung und muss daher etwas anders reisen. 

Es bleibt viel auf dem Tisch, wenn Sie an Gleichberechtigung anstatt Chancengleichheit denken – nicht nur im Hinblick auf die gesellschaftliche Wirkung, sondern auch in finanzieller Hinsicht. Wenn jemand nicht reisen kann, nicht reisen will oder sich beim Reisen nicht sicher fühlt, weil keine angemessene Unterkunft zur Verfügung steht, geht dabei viel Geld verloren.


Die Betrachtung von Inklusion aus einer intersektionalen Perspektive, ist für Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen wertvoll

Das Neu Project ist etwas, an dem ich mit Google außerhalb meiner Rolle bei Mindshare gearbeitet habe. Es ist ein fantastischer Leitfaden für Veranstaltungsplaner, der darauf ausgerichtet ist, professionelle Veranstaltungen neuroinklusiver zu gestalten. 

Viele Menschen können bei großen Branchenveranstaltungen etwas überfordert sein. Die meisten von ihnen sind nicht neuroinklusiv. Aber es ist wichtig, sich darüber Gedanken zu machen, z.B. sehr klare Anweisungen darüber zu geben, was bei den Veranstaltungen passieren wird, und Einblicke in die sensorische Erfahrung bei verschiedenen Panels und Vorträgen zu geben. 

„An Event Professional's Guide to NeuroInclusion“ ist ein sehr umfassender Ressourcenleitfaden, der nichts unversucht lässt, wenn es darum geht, Neurodiversität aus einer intersektionalen Perspektive zu betrachten – vor allem, weil die neurodiverse Gemeinschaft sehr vielfältig ist. Man kann uns nicht unter einem Begriff zusammenfassen. Es gibt ADHS, es gibt Autismus, es gibt Legasthenie, es gibt andere Formen der Neurodiversität. 

Was wir mit Google gemacht haben, und das war für mich etwas ganz Besonderes, ist, dass wir Menschen mit verschiedenen Hintergründen und verschiedenen Aspekten der Neurodivergenz an einen Tisch gebracht haben, die ihre eigenen Lebenserfahrungen – meine eingeschlossen – einbrachten, um Eventsprofis dabei zu helfen, Veranstaltungen zu gestalten, die neuroinklusiver, zugänglicher und, ehrlich gesagt, einfach besser für die meisten Menschen sind.

Das Travel Proud-Programm ist etwas, das längst überfällig war

Ich finde das Travel Proud-Programm von Booking.com fantastisch. Es ist etwas, das längst überfällig war und das anderen Partnern in der Reisebranche als Vorbild dienen sollte. 

Wir sehen, dass sich immer mehr Angehörige der Generation Z und Millennials als queer oder LGBTQ+ outen. Dies geschieht aus einer Vielzahl von Gründen. Zum einen haben wir eine Kultur geschaffen, die queeren Menschen auf der ganzen Welt mehr Akzeptanz entgegenbringt. Dies ist jedoch angesichts der aktuellen legislativen Angriffe mit vielen Vorbehalten verbunden. 

Wenn Sie Ihre Marke und Ihr Geschäft ausbauen und mit einer Community wie der LGBTQ+ Community wachsen wollen, ist es wichtig zu bedenken, dass wir viele sind, dass wir ein verfügbares Einkommen haben, das wir ausgeben können, und dass wir reisen wollen. Im Gegenzug müssen Sie sich überlegen, wie Sie die Sicherheit für LGBTQ+ Reisende verbessern können. Das Proud Hospitality-Training kann dazu beitragen, die Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert sind, aus einer neuen Perspektive zu betrachten.

5 minutes with Rachel Lowenstein: Why inclusion matters for your brand

 

Inklusion sollte nicht nur als eine Möglichkeit zur Optimierung des Marketings gesehen werden: Sie sollte ein grundlegender Bestandteil Ihrer Geschäftstätigkeit sein

Ich denke, Anbieter von Unterkünften können mehr tun, um LGBTQ+ Reisenden mehr entgegenzukommen, inklusiver zu sein und ihnen mehr Sicherheit zu bieten.

Ich glaube, in erster Linie sollten Sie Ihre Unterkunft ganz klar als sicher und inklusiv für LGBTQ+ kennzeichnen – und sicherstellen, dass dies auch tatsächlich der Fall ist, indem Sie Ihre Mitarbeiter schulen. Dabei sollte es sich nicht um eine Marketingübung handeln.  Es muss ein ganzheitlicher Geschäftsansatz sein. Es sollte grundsätzlich die Art und Weise sein, wie Sie Ihre Geschäfte führen. 

Das Erste, was viele Leute wissen wollen, besonders wenn sie an Orten unterwegs sind, die für LGBTQ+ Personen nicht sicher sind, ist Folgendes: „Ist der Ort, an dem ich schlafen werde, sicher für mich?“ Das eindeutig zu identifizieren, kann viel bewirken. 

Ich denke auch, dass einfache Dinge wie das Respektieren der Pronomen anderer, die Verwendung von Pronomen im Umgang mit den eigenen Mitarbeitern und die Normalisierung dieser Dinge eine große Wirkung haben, insbesondere für nicht-binäre Menschen. 

Andere Dinge, die Sie als Reiseunterkunft tun können, sind die Zusammenarbeit mit anderen lokalen Unternehmen und die Empfehlung von sicheren und inklusiven Restaurants und anderen Erlebnissen.

Wenn sich die Menschen auf Reisen nicht sicher und gut aufgehoben fühlen, investieren sie nicht in Reiseerlebnisse

Ich war Teil des Panels Radical Authenticity and Marketing with Purpose auf der diesjährigen Click.-Veranstaltung. Das Wichtigste, was Leute aus dieser Diskussion mitnehmen sollten, ist, dass es zwar um gesellschaftliche Wirkung geht, aber auch um geschäftliche Auswirkungen. 

Ich möchte, dass die Leute weggehen und wissen, dass Queer- und Transrechte Menschenrechte sind. Das ist aber noch nicht alles. Ich möchte, dass die Leute verstehen, dass dieses Gespräch über LGBTQ+ Reisen – und darüber, Reisen für uns sicherer zu machen – ein Gespräch über das Wachstum Ihrer Marke und Ihres Unternehmens ist. 

Wenn sich Menschen, unabhängig von ihrer Identität – LGBTQ+, BIPOC, Behinderte usw. – auf Reisen nicht sicher und gut aufgehoben fühlen, werden sie nicht in Reiseerlebnisse investieren. Und das ist eine Menge Geld, das die Marken auf dem Tisch liegen lassen, wenn sie dieses Thema ignorieren.

 

Couple
Was können Sie tun, um Ihr Engagement für die Inklusion von LGBTQ+ zu zeigen?

Lowenstein nahm an einer Podiumsdiskussion von Click. 2023 teil, in der es darum ging, dass Marken der Wahrheit Priorität einräumen müssen, wobei LGBTQ+ Reisen im Mittelpunkt standen.

Sehen Sie sich die komplette Aufnahme an

Wie finden Sie diese Seite?

5 Minuten mit Rachel Lowenstein: Warum Inklusion für Ihre Marke wichtig ist
Zusammenfassung
  • Der Trend bei Reisemarken geht dahin, entgegenkommender und inklusiver zu werden
  • Unternehmen müssen sich fragen: „Stehe ich für Gleichberechtigung oder stehe ich für Gleichstellung?“
  • Die Betrachtung von Inklusion aus einer intersektionalen Perspektive, ist für Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen wertvoll
  • Das Travel Proud-Programm ist etwas, das längst überfällig war
  • Inklusion sollte nicht nur als eine Möglichkeit, das Marketing zu optimieren, gesehen werden: Sie sollte ein grundlegender Bestandteil Ihrer Geschäftstätigkeit sein. 
  • Wenn sich die Menschen auf Reisen nicht sicher und gut aufgehoben fühlen, investieren sie nicht in Reiseerlebnisse