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Branchenperspektiven

LGBTQ+ Reisende willkommen heißen: Wie Unterkünfte Proud Certified werden können

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LGBTQ+ Reisende und ihre Allies schätzen Fairness und Miteinbeziehung. Billy Kolber, Gründer von HospitableMe, erklärt, wie Partnerunterkünfte genau das bieten können – und warum Trainings der Schlüssel sind

In der Vergangenheit wurde die Erschließung des homosexuellen Reisepublikums als Nischenmarketing betrachtet. In der Vergangenheit setzten sich meist nur die großen Marken mit dieser Zielgruppe von unverheirateten homosexuellen Männern (und später auch Frauen) auseinander, die über ein hohes verfügbares Einkommen verfügten und sich somit die zumeist angebotenen luxuriöse Aufenthalte leisten konnten. Aber der Markt hat sich im letzten Jahrzehnt erheblich verändert. 

Neue Generationen haben nicht nur die Rechte von Schwulen und Lesben verinnerlicht, sondern auch das Gedankengerüst, das die Ausdehnung der LGBTQ+ Bewegung untermauert, und damit eine Fülle von sexuellen und geschlechtlichen Identitäten. Diese Denkweise geht über die Förderung von Vielfalt als bloße Sichtweise oder eine Liste von zu erfüllenden Aufgaben hinaus und schafft Raum für echte, reale Inklusion, die in der Praxis umgesetzt werden kann.

1 von 3 LGBTQ+ Reisenden fürchtet Vorurteile

Siebzig Länder kriminalisieren Homosexualität nach wie vor. Daher ist es nicht verwunderlich, dass LGBTQ+ Reisende zögerlich sind und Angst haben, in diese Länder zu reisen. Aber eine überraschende Anzahl von LGBTQ+ Reisenden hat immer Angst, sich auf Reisen zu ihrer eigenen Identität zu bekennen – selbst in Ländern mit progressiven Einstellungen zu Sexualität und Geschlecht. 

So fürchtet 1 von 3 Reisenden aus der LGBTQ+ Community die Vorurteile des Hotelpersonals. Das verdeutlicht, wie wichtig es ist, wie Sie und Ihr Team die Gäste begrüßen und willkommen heißen, aber es wirft auch eine Frage auf: Über wie viele andere Kontaktpunkte machen sich LGBTQ+ Reisende sorgen, wenn sie eine Unterkunft besuchen? Und was können Sie tun, um Botschaften und Signale zu senden, die solche Ängste zerstreuen? 

Ausgesprochene Hinweise: Sichtbarkeit und Sprache

Bei der Wahl der Unterkunft achten diese Reisenden nicht nur auf explizite Hinweise, dass es sich bei Ihrer Unterkunft um einen sicheren Ort handelt, sondern auch darauf, ob sie Teil Ihrer Marketinginitiativen sind. Wenn wir uns nicht in Ihrer Werbung wiederfinden, ist es schwieriger, sich mit Ihrer Marke zu identifizieren. Wir sehen gerne Menschen, die so aussehen wie wir: homosexuelle Paare, homosexuelle Familien oder geschlechtsdiverse Menschen. Und wir fragen uns, ob wir an Orten willkommen sind, an denen wir nur Bilder von Menschen sehen, die heterosexuellen und traditionellen Stereotypen von Männern, Frauen und Familien entsprechen.

Apropos Stereotypen: Ein einfacher und effektiver Weg, um zu uns durchzudringen, ist das Weglassen von geschlechtsspezifischen Ausdrücken und Pronomen, wie z.B. „sein und ihr“ und „Braut und Bräutigam“. Beispiele für diese Sprache gibt es im Reisemarketing im Überfluss und sie grenzt uns sofort aus. Indem Sie anerkennen, dass Ihr Publikum vielfältig ist und aus unterschiedlichen Menschen besteht, wird Ihre Kommunikation mit LGBTQ+ Reisenden wesentlich authentischer.

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male couple holding hands at table
"Wenn wir uns nicht in Ihrer Werbung wiederfinden, ist es schwieriger, sich mit Ihrer Marke zu identifizieren. Wir sehen gerne Menschen, die so aussehen wie wir: homosexuelle Paare, homosexuelle Familien oder geschlechtsdiverse Menschen."

 

Unausgesprochene Hinweise: Glaubwürdigkeit lässt sich nicht vortäuschen

Viele Jahre lang war das Hissen einer Regenbogenflagge eine bedeutsame Geste, weil sie eine Gegenreaktion von anderen Kunden hervorrufen konnte. Heute ist es viel einfacher, den Regenbogen in Ihren Marketingmaterialien zu verwenden und sich so als offene Unterkunft zu präsentieren. Aber denken Sie daran, dass Trainings ein wichtiger Schritt in dem Prozess sind, Ihre Unterkunft zu einem inklusiven und einladenden Ort zu machen. 

Queere Menschen werden schnell merken, dass Ihre Bemühungen, sie in Ihrer Unterkunft willkommen zu heißen, nicht aufrichtig sind, wenn sie nicht von anderen Gesten der inklusiven Gastfreundschaft begleitet werden. Sie würden Ihre Unterkunft nicht als rollstuhlgerecht anpreisen, wenn Sie nicht neben der Treppe eine Zugangsrampe angebaut hätten. Ebenso sollten Sie nicht versuchen, LGBTQ+ Personen anzuwerben, bevor Sie und Ihr Personal nicht für den reibungslosen Umgang und die Interaktion mit dieser Klientel geschult worden sind.

Alte Annahmen überdenken

Wenn Sie beginnen, das Kundenerlebnis in Ihrer Unterkunft neu zu überdenken, um die LGBTQ+ Community einzubeziehen, stoßen Sie möglicherweise auf Gepflogenheiten, die nicht mehr sinnvoll sind. Wenn Sie zum Beispiel in der Hotellobby eine Toilette haben, die nur für eine Person geeignet sind, dann könnten Sie statt einer männlichen/weiblichen Kennzeichnung einfach ein Schild anbringen, auf dem einfach „Toilette“ oder „WC“ steht. 

Haben Sie sich jemals unwohl gefühlt, zwei Männer, die gemeinsam einchecken, zu fragen, ob sie ein oder zwei Betten wollen? Selbst wenn wir uns klar machen, dass auch heterosexuelle Ehepaare nicht immer das gleiche Bett teilen, können solche Gespräche für ungeschultes Personal kompliziert sein. Indem Sie einheitliche Richtlinien einführen, die alte Annahmen abschaffen, und Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter darin schulen, wie sie solche Fragen selbstbewusst stellen können, werden die Vorlieben aller Gäste erkannt und berücksichtigt. 

Werden Sie immer alles richtig machen? Wahrscheinlich nicht. Es ist wichtig, anzuerkennen, dass diese Umstellung nicht einfach ist, besonders wenn man versucht, eine geschlechtergerechte Sprache zu verwenden. Selbst diejenigen von uns, die das Thema Inklusion unterrichten, machen gelegentlich Fehler. Aber wenn Hotels alles richtig machen, sind wir sehr glücklich, denn es gibt nur wenige Unternehmen, die diese kleinen Gesten der Inklusion gut hinbekommen. Und wenn Sie sich bei Fehlern einfach entschuldigen oder korrigieren, werden wir Ihre Bemühungen zu schätzen wissen.

Proud Hospitality

LGBTQ+ Reisende schätzen Fairness und Inklusion – und Sie als Partnerunterkunft können ihnen das bieten. Booking.com hat sich mit HospitableMe zusammengetan, um im Rahmen des Travel Proud-Programms ein kostenloses Proud Hospitality-Training anzubieten. Dieses Training ist speziell für Partnerunterkünfte konzipiert und beinhaltet ein Toolkit zur Schulung Ihres Teams, damit die Unterkunft die Auszeichnung Proud Certified erhalten kann. Das ist eine großartige Gelegenheit, die Fahne zur Unterstützung der LGBTQ+ Community hochzuhalten und gleichzeitig praktisches Wissen zu erlangen und die Reichweite Ihrer Marketingkampagnen zu erweitern. So können Sie sicherstellen, dass sich alle Gäste in Ihrer Unterkunft frei fühlen, so zu sein, wie sie sind. 

Das „Proud Hospitality“-Training ist derzeit in drei Städten (Amsterdam, Manchester und Berlin) verfügbar, wird aber in Zukunft auch an anderen Orten angeboten. Ich empfehle allen in Frage kommenden Partnerunterkünften, an diesem freundlichen, interaktiven Online-Kurs teilnehmen, der erforscht, wie tief verwurzelte Vorstellungen von Geschlecht, sexueller Orientierung und Beziehungen Dienstleistungsmuster geprägt haben und welche praktischen Änderungen vorgenommen werden können, um niemanden auszugrenzen. 

Indem Sie sich in ihre Lage versetzen, werden Sie die LGBTQ+ Community besser verstehen und beginnen, sie in Ihre Gastfreundschaft miteinzubeziehen und sie nicht als eine separate Gruppe anzusehen, die abseits Ihrer Grundwerte oder Dienstleistungen steht. Wenn Sie und Ihr Team verstehen, wie man mit der LGBTQ+ Community auf natürliche Weise umgeht, werden Sie Interaktionen offen begegnen, statt sie zu vermeiden und die Kommunikation wird sich verbessern.  

 

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Happy gay couple
Möchten Sie Proud Certified werden?

Wir helfen unseren Partnerunterkünften gerne dabei, die Auszeichnung Proud Certified zu erhalten. Erfahren Sie alles über das Programm und wie Sie teilnehmen können. 

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Bildnachweis: Brielle French via Unsplash
Zusammenfassung
  • Das auf Homosexuelle ausgelegte Nischenmarketing ist dem Wunsch gewichen, die gesamte LGBTQ+ Community zu erreichen, die eine integrative und nichtdiskriminierende Behandlung im Gastgewerbe schätzt 
  • Umfragen zeigen, dass 1 von 3 LGBTQ+ Reisenden Angst hat, im Urlaub mit Vorurteilen des Hotelpersonals konfrontiert zu werden
  • LGBTQ+ Reisende halten nach Hinweisen und Signalen Ausschau, dass ihr Aufenthalt sicher sein wird, einschließlich Sichtbarkeit in Bildmaterialien und Sprache
  • Durch eine Partnerschaft mit Booking.com ist ein kostenloses „Proud Hospitality“-Training für Partnerunterkünfte in Amsterdam, Berlin und Manchester verfügbar und wird in den kommenden Monaten auf weitere Standorte ausgeweitet