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Wie Unterkünfte bis 2050 Netto-Null-Emissionen erreichen können

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Ein neuer Bericht zeigt auf, welche Maßnahmen Partnerunterkünfte ergreifen können, um die Reisebranche dabei zu unterstützen, bis 2050 CO<sub>2</sub>-neutral zu werden. Drei Bereiche – von der Energieeinsparung bis zur Bildung – helfen Unterkünften dabei, die Herausforderungen der Dekarbonisierung zu meistern

Booking.com hat kürzlich in Zusammenarbeit mit EY Parthenon und OC&C Strategy Consultants den Bericht „Global accommodation sector – The road to net zero emissions“ erstellt. Der Bericht zeigt auf, welche Maßnahmen Unterkunftsbesitzende ergreifen können, um ihre CO2-Emissionen zu reduzieren und der Reisebranche zu helfen, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Für den Bericht nahmen 6.500 Unterkünfte aller Art aus der ganzen Welt an der Untersuchung teil. 

Auf Unterkünfte entfallen derzeit etwa 10% der Kohlendioxid- und äquivalenten Treibhausgasemissionen (CO2-eq) der Tourismusbranche. Eine Verringerung der Emissionen um 17 Megatonnen (Mt) pro Jahr – also lediglich 6-7% – würde Unterkünfte auf den Weg bringen, in den nächsten 30 Jahren Netto-Null-Emissionen zu erreichen. 

CO2-sparende Maßnahmen lassen sich in drei Bereiche unterteilen: Ressourcen einsparen, Gäste und Personal informieren und auf erneuerbare Energien umstellen. Diese Maßnahmen können Treibhausgase (THG) um bis zu 20% reduzieren. Trotz der anfänglichen Investitionen können die meisten Maßnahmen aufgrund von Kosteneinsparungen auf lange Sicht auch rentabel für Unterkünfte sein. Es ist auch wichtig, dass Unterkünfte eine Vielfalt von Maßnahmen ergreifen, auch wenn sie unbedeutend erscheinen. Kleine Schritte sind besser als Untätigkeit.

Beim Energieverbrauch sparen

Die ersten Schritte, die eine Unterkunft unternehmen kann, sind die Reduzierung des Verbrauchs von Energie und Wasser sowie die Reduzierung von Müll. Rund 75% des Einsparungspotenzials sind auf die Umsetzung von nur drei Maßnahmen zurückzuführen: die Installation eines energieeffizienten Heiz- und Kühlsystems, die Verwendung energieeffizienter Geräte und der Einbau von doppelt verglasten Fenstern.

Es ist jedoch auch wichtig, sich auf kleinere Maßnahmen zu konzentrieren, die oft leichter umzusetzen sind. Wenn man beispielsweise die Minibar standardmäßig ausschaltet und die Handtücher nicht täglich wäscht, kann man jeweils 2% der CO2-eq-Emissionen einsparen. Diese Maßnahmen können ohne zusätzliche Investitionen sofort umgesetzt werden.

Andere ermutigen, umweltbewusster zu sein

In der zweiten Stufe der Optimierung können Unterkünfte ihre Gäste und ihr Personal aktiv zu einem nachhaltigeren Verhalten bewegen. Auch wenn die Aktivitäten der Gäste außerhalb der Kontrolle der Unterkunft liegen, führt die Aufforderung zu einer intelligenteren und effizienteren Nutzung zu einer erheblichen Verbesserung und erhöht die Nachfrage nach mehr Nachhaltigkeitsmaßnahmen.  

Einige Möglichkeiten, Gäste zu mehr Nachhaltigkeit aufzufordern, bestehen darin, sie freundlich zu bitten, Klimaanlagen auszuschalten oder kürzer zu duschen. Die Möglichkeit der freiwilligen Mitarbeit ist für die Gäste attraktiv, aber auch der Einsatz von überzeugendenPrämien ist effektiv. In den USA sträuben sich 45% der befragten Reisenden dagegen, sich nachhaltiger zu verhalten und lassen sich daher nur durch Anreize überzeugen, während 40% bereit sind, auch mit wenig Ermutigung nachhaltiger zu handeln.

Indem sie Personal bei Besprechungen oder durch die Bildung entsprechender Arbeitsgruppen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen ermutigen, können Unterkünfte erreichen, dass sich alle mit dem Thema befassen. Kleine Maßnahmen, wie das Ausschalten der Beleuchtung in leeren Räumen, können sich auszahlen. Wenn sich schließlich das ganze Team für mehr Nachhaltigkeit einsetzt, kann es auch die Gäste aktiv dazu ermutigen, es ihnen gleich zu tun. 

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Umstellung auf erneuerbare Energien

Eine weitere Möglichkeit, CO2-neutral zu werden, besteht darin, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern und erneuerbare Energiequellen zu nutzen. Dies kann in der Unterkunft oder durch den Bezug von Ökostrom aus dem nationalen Stromnetz erreicht werden. Darüber hinaus können CO2-Emissionen auch kompensiert werden – dies ist jedoch keine zu bevorzugende Option. 

Für Unterkünfte, die sich selbst mit erneuerbarer Energie versorgen wollen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. In der Unterkunft können Solarmodule, Windturbinen und Wärmepumpen installiert werden, oder es kann Strom von Anbietern erneuerbarer Energien bezogen werden. Um die Anschaffungskosten für diese Investitionen zu verringern, unterstützen viele lokale Regierungen mit Subventionen und Anreizen, um Unterkünfte zu Investitionen in erneuerbare Energien zu bewegen. 

Emissionsausgleich sollte nur als letzter Ausweg betrachtet werden, aber im Falle einer Nutzung können Emissionsminderungsgutschriften erworben werden. Diese Gutschriften können gegen eine Tonne CO2-eq eingetauscht werden und konzentrieren sich auf die Vermeidung oder Speicherung von CO2-Emissionen. In der Regel werden Emissionen durch die Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden, Verkehrsmitteln und anderen Quellen vermieden. Die Speicherung von CO2-Emissionen verhindert, dass Treibhausgase in die Atmosphäre gelangen, indem Bäume gepflanzt und andere Maßnahmen durchgeführt werden. 

Potenzielle Herausforderungen bei der Reduzierung von Emissionen

Es gibt kein Patentrezept zur Reduzierung der Emissionen – es müssen mehrere Maßnahmen ergriffen werden, um bedeutende Veränderungen zu erreichen. Trotz einer gewissen Zurückhaltung bei den Kosten führen 58% der im Bericht genannten Maßnahmen langfristig zu geringeren Energiekosten. Das bedeutet, dass Unterkünfte sparen können, wenn sie bereit sind, sich zu informieren und anfangs zu investieren.

Eine weitere Herausforderung für Unterkünfte besteht darin, dass nicht alle Maßnahmen die gleichen Möglichkeiten zur Minderung von CO2 bieten. Derzeit schwankt die weltweite Adoptionsrate von Dekarbonisierungsinitiativen zwischen 30 und 70% – und das, obwohl bestimmte Praktiken, wie z.B. energieeffiziente Beleuchtung, bereits zur Industrienorm gehören. Am besten ist es, sich auf eine Reihe von großen und kleinen Maßnahmen zu konzentrieren, anstatt alle Hoffnungen auf eine einzige Initiative zu setzen.

Kräfte bündeln

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass Unterkünfte, Verbraucher und Behörden einen globalen Ansatz verfolgen müssen, um Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Wenn Besitzende und Betreibende unterschiedliche Ziele haben, wird die Umsetzung schwieriger. Um eine erfolgreiche Dekarbonisierung zu erreichen, müssen sich das Beherbergungsgewerbe und externe Beteiligte auf ein gemeinsames Ziel verständigen. 

Der Klimawandel ist und bleibt eine der akutesten Herausforderungen unserer Zeit. Doch glücklicherweise können Unterkunftsbesitzende viel dazu beitragen, Emissionen zu mindern, Kosten zu senken und ihren Gästen trotzdem ein positives Erlebnis bieten. Die Übernahme einer Vorreiterrolle im Bereich der Nachhaltigkeit wird auch dazu beitragen, dass Unterkünfte bei umweltbewussten Reisenden im Vordergrund stehen.

Wenn nicht alle Marktteilnehmer sofortige und wesentliche Maßnahmen ergreifen, wird die Dringlichkeit nur noch weiter zunehmen. Zusammenarbeit ist der Schlüssel zur Dekarbonisierung der Branche. Von den Verbrauchern bis zu den Regierungen – gemeinsam ist es möglich, die Reisebranche bis 2050 auf einen Netto-Null-Emissionsausstoß zu bringen. 

 

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Zusammenfassung
  • Der neue Bericht von Booking.com hilft Unterkünften dabei, Bereiche zu identifizieren, in denen die CO2-Emissionen reduziert werden können, mit dem gemeinsamen Ziel, die Reisebranche bis 2050 CO2-neutral zu machen
  • Viele Unterkünfte nehmen bereits an Maßnahmen zur Minderung von CO2-Emissionen teil, aber es kann noch mehr getan werden 
  • Drei Hauptbereiche für Optimierung sind für die Verringerung der Emissionen von entscheidender Bedeutung: Ressourcen einsparen, Gäste und Personal informieren und auf erneuerbare Energien umstellen
  • Trotz anfänglicher Investitionen führt die Mehrheit der Dekarbonisierungsinitiativen zu Kosteneinsparungen für Unterkünfte