Jetzt neu: das Programm „Nachhaltig reisen”

Wir möchten Ihre Nachhaltigkeitsbemühungen anerkennen und Reisende auf diese aufmerksam machen – für eine bessere Zukunft.

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Aktualisiert vor 11 Monaten
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Seit der Massenproduktion von Plastik in den 1950er Jahren wurden rund 6.300 Millionen Tonnen davon weggeworfen. Und da nur 9% des weltweiten Plastikmülls recycelt werden, lagern sich diese Stoffe schnell auf Mülldeponien und in den Meeren ab.

Vielleicht können Sie es sich nicht vorstellen, Ihre Unterkunft plastikfrei zu betreiben. Immerhin gehören Plastikartikel wie Wasserflaschen, kleine Pflegeprodukte und Strohhalme seit Jahrzehnten zum Standard. Auch die Gäste haben sich an diese praktischen und „sicheren“ Gegenstände mit der glänzenden Plastikverpackung gewöhnt, die Frische, Neuheit und Sauberkeit in einer ungewohnten Umgebung signalisiert. 

Die gute Nachricht ist, dass Unterkünfte aller Arten und Größen bereits auf nachhaltige Alternativen umstellen und damit zeigen, dass es funktioniert. Von Bambusstrohhalmen bis hin zu Wasserflaschen aus Edelstahl verändern neue Lösungen die alten Gewohnheiten des Gastgewerbes und zeigen, dass Gäste und Unterkünfte sich anpassen können.   In diesem Abschnitt erläutern wir die ökologischen, sozialen und finanziellen Vorteile, die damit einhergehen, den Plastikverbrauch in Ihrer Unterkunft zu reduzieren. Mithilfe des Expertenteams von Travel Without Plastic geben wir Ihnen auch praktische Tipps, wie Sie Änderungen vornehmen können.

Produkte aus Einwegplastik, die Sie möglicherweise in Ihrer Unterkunft verwenden
Wasser- oder Getränkeflaschen
Strohhalme und Rührstäbchen
Plastik- und Styroporbecher
Kleine Pflegeprodukte und Zahnstocher
Einweggeschirr und -besteck
Lebensmittelverpackungen (wie Joghurtbecher und einzelne Gewürztüten)
In Plastik verpackte Teebeutel, Kaffeepads und Produkte der Minibar
Plastikfolie (um saubere Gläser oder andere Gegenstände)
Vier Vorteile von weniger Plastikverbrauch
  1. Plastik braucht bis zu 1.000 Jahre, um zu zerfallen – Wir verwenden, entsorgen und vergessen unsere Produkte aus Einwegplastik, aber die meisten von ihnen werden uns alle lange überleben. Von Strohhalmen und Rührstäbchen mit einer Lebensdauer von 200 Jahren über Plastikflaschen mit einer Lebensdauer von 450 Jahren bis hin zu Plastiktüten mit einer unfassbaren Lebensdauer von 1.000 Jahren. Dies schadet der Tierwelt, zerstört die Ökosysteme der Erde und bringt Mikroplastik in die Nahrungskette.  
  2. Die Produktion wächst weiter und ebenso unsere CO2-Emissionen – Jedes Jahr werden 300 Millionen Tonnen neues Plastik produziert. Und wenn wir unsere derzeitigen Gewohnheiten beibehalten, wird sich diese Zahl voraussichtlich bis 2050 vervierfachen. Die erzeugten CO2-Emissionen tragen aktiv zum Klimawandel bei und verbrauchen nicht erneuerbare Rohstoffe wie Öl und Kohle. Wir verbrauchen viel zu schnell unser globales CO2-Budget.  
  3. Sie können dadurch Geld sparen – Eine Studie von Travel Without Plastic ergab, dass ein durchschnittlich großes Hotel mit 150 Zimmern über einen Zeitraum von 6 Monaten, in dem alle Produkte aus Einwegplastik entfernt wurden, durchschnittlich 5.000 € einsparte. Die Einsparungen hängen von der Größe Ihrer Unterkunft, den derzeit verwendeten Plastikprodukten und den von Ihnen gewählten Lösungen ab. Diese Statistiken zeigen jedoch, dass eine Änderung Ihrem Unternehmen langfristig zugutekommen kann.   
  4. Plastikverschmutzung = Einnahmeverlust – Der Bundesstaat Kalifornien schätzt, dass Plastikabfälle, die an der Küste angespült werden, die Region jährlich rund 68 Millionen US-Dollar an verlorenen Tourismuseinnahmen kosten. Ein noch deutlicheres Beispiel ist die philippinische Insel Boracay, die im Jahr 2018 für eine Reinigungsaktion 6 Monate lang für Besucherinnen und Besucher vollständig geschlossen war. Seit der Wiedereröffnung ist Einwegplastik grundsätzlich verboten.
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So reduzieren Sie Ihren Plastikverbrauch

 

Machen Sie eine Bestandsaufnahme

Um Ihren Plastikverbrauch zu senken, müssen Sie zunächst Ihren aktuellen Verbrauch kennen. Machen Sie eine Bestandsaufnahme der Einwegplastik-Produkte, die Sie in Ihrer Unterkunft haben, und notieren Sie sich die Mengen und Kosten. So können Sie auf einen Blick erkennen, wo es ein großes Einsparpotenzial gibt. Greener Guest – eine Initiative von Travel Without Plastic – bietet ein Toolkit zum Herunterladen mit einer vorgefertigten Tabelle, die Sie bei Ihren Berechnungen unterstützt. Sie werden Schritt für Schritt durch den Prozess geführt, damit Sie leichter entscheiden können, wo Sie anfangen möchten.  

Denken Sie an das Wesentliche

Wenn Sie eine vollständige Bestandsaufnahme gemacht haben, werden Sie möglicherweise überrascht sein, wie viele Plastikprodukte Sie in Ihrer Unterkunft verwenden. Durchleuchten Sie diese Liste kritisch und überlegen Sie sich, ob wirklich alles notwendig ist. Können Sie auf einige dieser Produkte ganz verzichten oder gibt es vielleicht Alternativen, die vielseitig einsetzbar sind?  

Finden Sie heraus, was Sie ändern können  

Es gibt keine Patentlösung, wie Sie Plastik vermeiden können. Die Änderungen, die Sie durchführen, sind abhängig von der Art Ihrer Unterkunft, Ihren Einrichtungen und den Gästen, die Sie ansprechen. Schauen Sie sich die vielen nachhaltigen Alternativen auf dem Markt an, um herauszufinden, was für Ihre Unterkunft funktionieren könnte. Um die lokale Wirtschaft zu unterstützen und Ihren CO2-Fußabdruck gering zu halten, können Sie sich auch darüber informieren, welche regionalen Produkte Ihnen zur Verfügung stehen. 

Hier sind unsere Vorschläge für ein paar einfache Veränderungen, die Plastik vermeiden:

Verwenden Sie nachfüllbare Spender statt einzelne kleine Flaschen für Pflegeprodukte.
Tauschen Sie Plastik- oder Styroporbecher gegen langlebige Mehrzweckbecher aus.
Ersetzen Sie Wasser in Flaschen durch Wasserspender. Wenn Ihr Leitungswasser trinkbar ist, kennzeichnen Sie es deutlich, damit Gäste es sehen können.
Bewerben Sie wiederverwendbare Flaschen, indem Sie sie an Ihre Gäste verkaufen oder verschenken (sofern dies für Sie möglich ist).
Bieten Sie Metall- oder Bambusstrohhalme statt Plastikstrohhalme an.
Finden Sie kreative Alternativen zu Plastikverpackungen wie wiederverwendbare Stoffe oder recycelbares Papier.

 

Beziehen Sie Ihr Team ein

Egal, ob Sie ein Team von zwei oder 200 Personen sind, es ist wichtig, dass alle motiviert sind, die geplanten Änderungen umzusetzen. Sie könnten zum Beispiel einen Workshop zu diesem Thema geben. In diesem Workshop können Sie besprechen, warum es wichtig ist, Plastik zu vermeiden, und Ihr Team bitten, eigene Ideen einzubringen.

Wenn Ihr Team begeistert und engagiert ist, wird es sich dafür einsetzen, dass Ihre neuen Lösungen erfolgreich sind. Sie werden sich auch selbstsicherer fühlen, mit Ihren Gästen über das Thema zu sprechen, und geben diese Begeisterung auch an sie weiter. 

Erzählen Sie Gästen von Ihren Initiativen

Umfragen zeigen, dass nachhaltiges Reisen für Reisende zu einer Priorität wird, denn 58% sind entschlossener als noch vor einem Jahr, nachhaltige Entscheidungen zu treffen. Dies bedeutet, dass es wahrscheinlicher ist, dass Ihre Gäste mit Ihrem Engagement zufrieden sind, als dass sie sich davon belästigt fühlen. Aber die Grundlage dafür ist, dass sie von Ihrem Engagement erfahren. Als erstes sollten Sie Ihre Nachhaltigkeitseinstellungen im Extranet aktualisieren. Dies hilft umweltbewussten Gästen, Ihre Unterkunft zu finden und zu buchen.

Als nächstes können Sie Ihre Gäste während ihres Aufenthalts informieren und zu nachhaltigem Verhalten anregen. Bringen Sie Schilder oder Karten in Ihrer Unterkunft an oder legen Sie Informationsbroschüren aus. Idealerweise sollten diese:

  • Ihren Gästen vermitteln, was Sie tun z.B. „Wir reduzieren den Plastikverbrauch in unserer Unterkunft.“
  • die Auswirkungen vermitteln z.B. „Durch die Vermeidung von Plastik wurden bisher x% der Wasserflaschen eingespart, die auf der Deponie landen würden.“
  • Zeigen Sie, was andere Gäste machen z.B „x% der Gäste nehmen ihre Mehrwegflaschen mit nach Hause. Wenn Sie Ihre behalten möchten, sagen Sie uns einfach Bescheid.“

Die Informationen, die Sie Ihren Gästen vermitteln, können sie noch lange nach der Abreise beeinflussen. Wenn Gäste Ihre Initiativen während ihres Aufenthalts aufgreifen, ist das bereits ein großer Erfolg. Und wenn sie dann sogar zu Hause ihre Gewohnheiten ändern, können Sie stolz darauf sein, dass auch Ihre Unterkunft einen langfristigen Effekt hat.

Informieren Sie Reisende über Ihre Maßnahmen

Sobald Sie beginnen, Maßnahmen zur Reduzierung Ihres Plastikverbrauchs zu ergreifen – oder wenn Sie bereits welche ergriffen haben – können Sie dies den Reisenden über unsere Plattform mitteilen. 

Haben Sie eine dieser Maßnahmen umgesetzt, um Plastik zu reduzieren?

Sie haben alle Einweg-Plastikfläschchen für Shampoo, Spülung und Duschgel entfernt oder diese nie angeboten
Sie haben sämtliche Plastikstrohhalme entfernt oder diese nie angeboten
Sie haben sämtliche Plastikbecher entfernt oder diese nie angeboten
Sie haben sämtliche Wasserflaschen aus Plastik oder diese nie angeboten
Sie haben sämtliche Plastikflaschen für andere Getränke entfernt oder diese nie angeboten
Sie haben sämtliches Plastikgeschirr und -besteck entfernt oder dieses nie angeboten
Sie haben sämtliche Rührstäbchen aus Plastik entfernt oder diese nie angeboten

Entdecken Sie unsere anderen Leitfäden zum Thema Nachhaltigkeit:

 

 

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Weniger Wasserverbrauch

Trinkwasser wird immer knapper. Deshalb müssen wir noch heute damit beginnen, den Wasserverbrauch zu senken, und dazu gehört mehr, als nur die Gäste darum zu bitten, ihre Handtücher mehrmals zu verwenden. Aber die ökologischen und finanziellen Vorteile sind die Investition wert.

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Zertifizierung

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Ökologische Ausgangslage erfassen

Auf dem Weg zur Nachhaltigkeit ist Ihre Ausgangslage wie ein Kompass. Erst wenn man die Ausgangslage erfasst hat – z.B. bei CO2-Emissionen oder beim Wasserverbrauch –, kann man damit beginnen, Ziele festzulegen und Maßnahmen zu planen, wie man sie erreichen kann.

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