Aktualisiert vor 10 Monaten
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In den kommenden Jahren und Jahrzehnten wird Trinkwasser immer knapper werden. Bis 2030 wird die Nachfrage nach Trinkwasser voraussichtlich 40% über dem verfügbaren Angebot liegen. Solche verheerenden Vorhersagen erfordern sofortige Maßnahmen.

Das Wäschewaschen kann bis zu 30% der gesamten Umweltbelastung einer Unterkunft ausmachen. Diese Zahl berücksichtigt Ihren Wasserverbrauch, den Stromverbrauch und die Verschmutzung durch die von Ihnen verwendeten Reinigungsmittel. Zusätzlich kommt noch der jährliche Wasserverbrauch in den Zimmern dazu, der von 18.000.000 Litern in gemäßigten Klimazonen bis zu weit über 121.000.000 Litern in tropischen Gegenden betragen kann.

Um diese Belastungen zu verringern ist es seit langem üblich, Gäste zu bitten, ihre Handtücher mehrfach zu verwenden oder ihr Zimmer nicht jeden Tag putzen zu lassen. Die Aufkleber oder Karten in den Zimmern, die Gäste auf die Umweltauswirkungen aufmerksam machen, sind seit langem eine beliebte Art, um das Verhalten der Gäste zu beeinflussen. Aber ist das wirklich der richtige Weg? Und gibt es vielleicht andere Methoden, die besser funktionieren?  In diesem Abschnitt geht es um unterschiedliche Möglichkeiten, Ihren Wasserverbrauch zu reduzieren und um die damit verbundenen Vorteile für Ihr Unternehmen und die Umwelt. 

Vier Vorteile, Ihren Wasserverbrauch zu reduzieren
  1. Sie schonen den Wasserhaushalt der Region – Wasser ist ein wertvolles Gut und an vielen Orten auf der ganzen Welt zusätzlich sehr knapp. Tatsächlich leben fast 20% der Weltbevölkerung in einer Region mit Wasserknappheit. Das bedeutet, dass die Entwicklung des Wasservorkommens in der Region „nachhaltige Grenzwerte bald überschreitet oder diese bereits überschritten hat“. Die Verantwortung unserer Branche liegt darin, dafür zu sorgen, dass lokalen Gemeinschaften kein Wasser entzogen wird, indem wir nicht mehr verwenden, als wir wirklich brauchen.

  2. Sie verringern Ihren CO2-Fußabdruck – Beim Wasserverbrauch geht es nicht nur um das Wasser selbst. Es kann auch eine größere Auswirkung auf die Umwelt mit sich bringen. Jede Waschladung von 10kg verbraucht mindestens 50 Liter Wasser und 1,2 Kilowattstunden Strom. Untersuchungen haben auch gezeigt, dass einige Waschmittel einen CO2-Fußabdruck von fast einem Kilogramm CO2 für jede Haushaltswaschladung aufweisen. Wenn Sie das mit der Größe der Waschladungen in Ihrer Unterkunft multiplizieren, kommen Sie wahrscheinlich auf eine sehr viel höhere Zahl. 

  3. Die Gäste sind überzeugt – Gäste zeigen bereits eine große Bereitschaft, ihr Reiseerlebnis zu ändern, um weniger Wasser zu verbrauchen. Laut einer Studie von Booking.com haben 40% der weltweiten Reisenden in den letzten 12 Monaten im Urlaub ihre Handtücher mehrfach verwendet und 26% haben sich gegen die tägliche Zimmerreinigung entschieden, um Wasser zu sparen. Während einer dreimonatigen Testphase für unser Projekt „Nachhaltige Aufenthalte“ wurde festgestellt, dass 67% der Gäste ihr Handtuch zur nochmaligen Verwendung aufhängten, wenn sie einen einfachen Hinweis („Sie können Ihr Handtuch hier aufhängen“) und einen zusätzlichen Haken neben dem Schrank erhielten.

  4.  Es reduziert Ihre Betriebskosten – Der Wasserverbrauch ist mit 24,7% der Nebenkosten von Hotels in den USA der zweithöchste Posten der Nebenkosten. Es gibt also auch einen großen finanziellen Anreiz, den Wasserverbrauch zu reduzieren. Studien haben gezeigt, dass die Anzahl der Wäscheladungen um 17% reduziert wurde, wenn Gäste die Möglichkeit hatten, ihre Handtücher und Bettwäsche mehrfach zu verwenden. Ein positiver Nebeneffekt ist natürlich, dass damit auch die Kosten für Strom, Arbeitskräfte und Waschmittel gesenkt werden konnten.

So reduzieren Sie effizient Ihren Wasserverbrauch

 

Messen Sie Ihren aktuellen Verbrauch

Um Ihren Fortschritt verfolgen zu können, ist es wichtig, zunächst Ihren aktuellen Wasserverbrauch zu kennen. Auf diese Weise erhalten Sie einen Einblick, wie Sie Wasser verwenden und wo Sie beginnen können, Wasser einzusparen. Durch das Erfassen Ihrer Ausgangslage können Sie sehen, welchen Fortschritt Sie im Laufe der Zeit machen.  

Um den Wasserverbrauch pro Gast und Nacht zu berechnen, teilen Sie den monatlichen Gesamtwasserverbrauch in den Zimmern durch die Anzahl der Gäste für diesen Monat. Wenn Ihre Stromrechnung in Kubikmetern angegeben ist, können Sie Ihre Ergebnisse mit Ihrer Rechnung vergleichen, indem Sie die Anzahl der Liter pro Gast mit 0,0001 multiplizieren.

Weitere Informationen dazu, wie Sie mit der Messung Ihres Wasserverbrauchs beginnen können, und Informationen zur Methodik der International Tourism Partnership finden Sie im Abschnitt „Ökologische Ausgangslage erfassen“ dieses Handbuchs.

Schaffen Sie ein unkompliziertes System

Machen Sie es Ihren Gästen so einfach wie möglich. Machen Sie Ihren Gästen deutlich, dass ein Handtuch, das an einem Handtuchhalter oder an einem Haken aufgehängt ist, wieder verwendet wird, und ein Handtuch auf dem Boden bedeutet, dass es gewaschen werden soll.

Überlegen Sie, wie Gäste dem Housekeeping-Personal auf einfache Weise mitteilen können, dass an dem Tag nicht geputzt werden muss. Das kann man zum Beispiel ganz einfach mit einem Türhänger tun. Für die Gäste ist es ganz einfach, ihn an die Türklinke zu hängen und für die Mitarbeiter leicht auf einen Blick zu erkennen. 

Fordern Sie die Gäste auf, bewusst zu konsumieren 

Die Wiederverwendung von Handtüchern und das Weglassen der Zimmerreinigung sind bereits wichtige Maßnahmen, aber Untersuchungen haben gezeigt, dass Gäste selbst mehr als das 2,5-fache der Wassermenge verbrauchen, wenn sie in einem Hotel übernachten. Bitten Sie Ihre Gäste daher, sich ihres Wasserverbrauchs bewusst zu werden und empfehlen Sie ihnen einen bewussten Konsum. 

Sie können Ihre Gäste beispielsweise darum bitten, kürzer zu duschen. Noch besser geht das, wenn Ihnen das die Technologie abnimmt. Zum Beispiel hat das Startup Hydrao einen Duschkopf entwickelt, der Gästen mithilfe von Lichtern den Wasserverbrauch in Echtzeit anzeigt. Dies erinnert Gäste genau im richtigen Moment an den Wasserverbrauch, bevor sie zu viel zu konsumieren. 

 

Halten Sie Ihre Informationen einfach und konkret

Verwenden Sie für die Kommunikation mit Ihren Gästen eine leicht verständliche Sprache. Vermeiden Sie schwierige Wörter und halten Sie Erklärungen so einfach wie möglich. Seien Sie dennoch konkret – ungenaue Informationen können frustrierend sein. Belassen Sie es nicht bei „seien Sie umweltfreundlich“ und „sparen Sie Wasser“, sondern geben Sie den Gästen klare Anweisungen, was sie tun können. 

Probieren Sie verschiedene Möglichkeiten aus, um Ihre Gäste zu überzeugen

Was den einen Gast überzeugt, überzeugt möglicherweise nicht den anderen. Verwenden Sie beim Informieren über Ihre Nachhaltigkeitsinitiativen verschiedene Argumentationstechniken, die sich gegenseitig ergänzen. Hier sind einige Vorschläge:  

  • Gewohnheiten von zu Hause stärken Untersuchungen haben ergeben, dass die Verknüpfung einer Aktion mit dem, was Gäste normalerweise zu Hause tun, besser funktionieren kann als losgelöste Empfehlungen. Zum Beispiel: „Verwenden Sie Ihr Handtuch mehrfach, genau wie zu Hause.“ oder „Fühlen Sie sich wie zu Hause und verwenden Sie Ihr Handtuch mehrfach.“  
  • Soziale Normen verwenden  Studien haben gezeigt, dass Informationen darüber, wie viele andere Gäste Handtücher mehrfach verwenden, andere dazu anregen können, es selbst auch zu tun. Schreiben Sie zum Beispiel: „x% der Wochenendgäste verzichten während ihres Aufenthalts auf die Zimmerreinigung.“ oder „x% der Gäste in {Name Ihrer Unterkunft} benutzen ihre Handtücher mehrfach.“  
  • Menschen ein gutes Gefühl geben – Zeigen Sie Ihren Gästen, dass ihre nachhaltigen Entscheidungen positive Auswirkungen haben können. Informieren Sie Ihre Gäste also über positive Auswirkungen und schreiben Sie auf freundliche und nicht drohende Art. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Gäste sich bei ihren Reiseentscheidungen gut und nicht schuldig fühlen.

Ziehen Sie ein Anreizsystem in Betracht

Eine andere Möglichkeit, Ihre Gäste zu motivieren, ihre Handtücher mehrfach zu verwenden - oder darauf zu verzichten, dass ihre Bettwäsche häufig gewechselt wird - besteht darin, sie zu belohnen. Einige Unterkünfte bieten Punkte an, die Gäste gegen ein kostenloses Getränk oder einen Rabatt eintauschen können, während andere für jedes mehrfach verwendete Handtuch eine gemeinnützige Spende leisten. 

Wenn Sie glauben, dass Sie das in Ihrer Unterkunft nicht anbieten können, beraten Sie sich mit Ihrem Team und versuchen Sie, gemeinsam passende Lösungen zu finden. 

Informieren Sie Ihr Housekeeping-Personal

Ihr Housekeeping-Team ist für den Erfolg Ihrer Initiativen zur Wiederverwendung von Handtüchern und zur Reduzierung der Zimmerreinigung von entscheidender Bedeutung. Und es gibt noch viele andere Möglichkeiten, wie das Team zu Ihren Umweltzielen beitragen kann. Bieten Sie ausreichend Schulungen und Informationen an, um Ihre neuen Prozesse und alle weiteren Möglichkeiten, Wasser zu sparen, zu erläutern. Dazu gehört, dass Handtücher nicht ausgetauscht werden, wenn Gäste deutlich gemacht haben, dass sie sie wiederverwenden möchten, die Toilettenspülung während der Reinigung nicht unnötig zu spülen, nicht bei laufendem Wasserhahn zu reinigen und den Boden zu wischen, statt mit einem Schlauch abzuspritzen.

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Informieren Sie Reisende über Ihre Maßnahmen

Sobald Sie beginnen, Maßnahmen zur Reduzierung Ihres Wasserverbrauchs zu ergreifen – oder wenn Sie bereits welche ergriffen haben – können Sie dies den Reisenden über unsere Plattform mitteilen.

Setzen Sie bereits eine oder mehr dieser Maßnahmen um, um den Wasserverbrauch zu reduzieren?

Gäste haben die Möglichkeit, Handtücher mehrmals zu verwenden
Gäste können auf den täglichen Reinigungsservice verzichten
Sie haben nur wassersparende Toiletten, wie z.B. Toiletten mit geringem Verbrauch, Toiletten mit „Doppelspülung”
Sie haben nur wassersparende Duschen, z.B. intelligente Duschen oder Duschköpfe mit geringem Durchfluss

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Die Zertifizierung zeigt Ihr Engagement für Nachhaltigkeit nach außen. Auch wenn das Ökolabel Ihre Bemühungen auszeichnet und dazu beiträgt, umweltbewusstere Gäste anzusprechen, ist der Prozess der Zertifizierung selbst noch wichtiger, denn er hilft Ihnen, Prioritäten zu setzen und Lücken in Ihren Nachhaltigkeitsplänen zu schließen.

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Auf dem Weg zur Nachhaltigkeit ist Ihre Ausgangslage wie ein Kompass. Erst wenn man die Ausgangslage erfasst hat – z.B. bei CO2-Emissionen oder beim Wasserverbrauch –, kann man damit beginnen, Ziele festzulegen und Maßnahmen zu planen, wie man sie erreichen kann.

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